Street Food Festival und der PP-Hype

von rechts: Till Riekenbrauk, Tim Oberstebrink | Foto: FSE-News.com / tobTill Riekenbrauk kam 2014 aus Asien zurück und hatte seine Faszination für die Garküchenmärkte gleich im Rucksack mitgebracht. Selbst Liebhaber von a) gutem und b) unkompliziertem Essen, hatte er eines Abends die Idee, das Thema auch hierzulande auszurollen.

Zusammen mit seinen Jugendfreunden Vincent Schmidt und Mathes Robel wurde aus der Idee ein kulinarischer Wanderzirkus.

Die unterschiedlichsten Küchen der Welt präsentieren sich in mehr oder weniger authentischen Gefährten und Buden. Vom liebevoll zum Crêpes-Wagen umgebauten Wohnwagen-Oldie bis zur schwarz lackierten Wellblechhütte mit Pulled Pork Burgern gibt’s alles.

Und was ist mit Gastrotechnik? [ds_preview]Von der Crêpière über Wok, Smoker und Kombidämpfer war alles vorhanden. Waffeleisen für Süßes ohnehin. Schnell austauschbar – sollten sich die Trends wieder ändern. Unschwer zu erkennen, was derzeit sexy ist: Die hohe Dichte an Smokern aller Größen zeigt, dass lange Garzeiten bei niedrigen Temperaturen Mittel der Wahl für Streetfood sind.

Street Food Festival Schwanenhöfe | Foto: FSE-News.com / tobIn Metropolen funktioniert das Veranstaltungs-Konzept. Till spricht von rund 400 Partnern im Pool, von denen immer 30-60 auf einem Festival zu sehen sind. “Wir waren die ersten in Deutschland mit diesem Konzept”, sagt er, “und den aktuellen Pulled Pork Hype bei Streetfood schreiben wir uns auf die Fahnen!”

2014 startete die Tour in Köln und findet mittlerweile in sieben weiteren Städten statt. “Passende Flächen gibt’s nicht überall”, berichtet der Gründer. “Aber mittlerweile werden wir als Frequenzbringer gesehen, beispielsweise für umliegenden Einzelhandel. Da kommt auch schon mal ein Anruf, ob wir unseren Wanderzirkus nicht dort aufschlagen wollen.”

Es gibt auch eine andere Seite der Medaille: Zwei Düsseldorfer Gastronomen berichteten bereits im Sommer 2015, dass die zunehmende Zahl von Food-Festivals sich spürbar negativ auf das stationäre Geschäft auswirkt. Einer der Beiden hatte schon Pläne in der Schublade, zusätzlich zum angestammten Betrieb einen Foodtruck zu betreiben.

Mit Asien hat das derzeitige Street-Food-Festival nicht mehr viel zu tun – die wenigen Stände, die asiatisch anbieten, waren gut sichtbar. Weil das Schlangestehen woanders war.

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