Die Anforderungen an gewerbliche Spültechnik haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Energiepreise, Personalmangel, offene Küchenkonzepte und ESG-Vorgaben prägen Investitionsentscheidungen stärker denn je. FSE-News hat mit Andreas Bördlein, Vertriebsleiter von COLGED Deutschland, über aktuelle Entwicklungen und die neue UltraTech 48 NRGsteam gesprochen.
FSE-News: Herr Bördlein, wenn Sie den Markt für gewerbliche Spültechnik derzeit beschreiben müssten – was hat sich aus Ihrer Sicht am stärksten verändert?
Andreas Bördlein: Früher war die Kernfrage: „Spült die Maschine sauber?“ Heute ist das selbstverständlich. Die Diskussion hat sich verschoben – hin zu Energieeffizienz, Raumklima, Betriebskosten und Bedienerfreundlichkeit. Betreiber schauen sehr genau auf Wasserverbrauch, Anschlusswerte, Wärmerückgewinnung und Lüftungssituation. Spültechnik ist inzwischen ganz klar ein Energiethema.
Gleichzeitig sind Küchen kleiner geworden, Personal knapper, und die Abläufe müssen einfacher funktionieren. Die Maschine darf nicht kompliziert sein, sie muss intuitiv bedienbar sein und konstant liefern – auch wenn das Team wechselt.
FSE-News: Wo sehen Sie konkret die größten Herausforderungen in der Praxis?
Andreas Bördlein: Ein zentrales Thema ist das Raumklima. Gerade in beengten Spülräumen oder offenen Küchenkonzepten führt Dampf zu Problemen – sowohl für das Personal als auch für die Gebäudetechnik. Wenn dann noch eine separate Ablufthaube installiert werden muss, steigen Investitions- und Betriebskosten.
Das zweite Thema ist die Kalkulation der laufenden Kosten. Wasser- und Energiepreise sind keine Nebensache mehr. Betreiber rechnen über die gesamte Lebensdauer. Und drittens: Hygiene- und Temperaturstabilität. Hier gibt es keinerlei Spielraum.
FSE-News: In diesem Kontext haben Sie die UltraTech 48 NRGsteam im Portfolio. Was war der Ansatz bei der Entwicklung?
Andreas Bördlein: Die UltraTech 48 NRGsteam ist aus der Überlegung entstanden, dass Effizienz nicht nur ein einzelnes Feature sein darf. Wir kombinieren zwei Systeme der Wärmerückgewinnung: Zum einen wird dem heißen Abwasser Energie entzogen und zur Vorwärmung des Frischwassers genutzt. Zum anderen wird die Wärme aus dem Abluftdampf zurückgewonnen und ebenfalls zur Temperierung eingesetzt.
Das klingt technisch, hat aber sehr konkrete Auswirkungen: geringerer Energieverbrauch, weniger Dampf im Raum, häufig keine zusätzliche Ablufthaube notwendig. Das entlastet Planung, Budget und Betrieb.
FSE-News: Für welche Betriebe eignet sich die 48 NRGsteam besonders?
Andreas Bördlein: Wir sehen sie häufig in à-la-carte-Restaurants mit hohem Anspruch an Prozessstabilität, in Hotels mit stark schwankendem Spülaufkommen – etwa Frühstücksspitzen – und in der Gemeinschaftsverpflegung, wo kontinuierliche Leistung gefragt ist.
Mit 60 Körben pro Stunde im Standardprogramm deckt sie typische Durchschub-Anwendungen zuverlässig ab. Gleichzeitig ist sie mit einem Wasserverbrauch von 1,4 Litern pro Korb im Programm PR2 sehr sparsam. Das ist in vielen Wirtschaftlichkeits-Betrachtungen ein entscheidender Faktor.
FSE-News: Wie wichtig ist heute die Integration in bestehende Küchenplanung?
Andreas Bördlein: Sehr wichtig. Planer brauchen klare Maße und definierte Installationsbedingungen. Die Maschine ist mit einem Korbmaß von 500 x 500 mm klassisch positioniert und verarbeitet Teller, Gläser, Tassen, Besteck sowie GN 1/1-Behälter. Mit einer Haubenöffnung von 470 mm deckt sie den typischen Bedarf in Gastronomie und Hotellerie ab.
Gleichzeitig spielt die elektrische Anschlussleistung eine Rolle. Mit MultiPower bieten wir hier Flexibilität, was insbesondere bei Bestandsumbauten interessant ist.
FSE-News: Welche Rolle spielt das Thema Wasserqualität?
Andreas Bördlein: Eine sehr große. Kalk ist einer der Hauptfaktoren für Servicefälle. In der 48-43 GTD-Variante ist ein automatischer Wasserenthärter integriert. Das schützt die Maschine dauerhaft – auch bei sehr hartem Wasser. Betreiber unterschätzen oft, wie stark sich das auf Wartungskosten und Lebensdauer auswirkt.
FSE-News: Wohin entwickelt sich Spültechnik in den kommenden Jahren?
Andreas Bördlein: Die Entwicklung geht klar in Richtung integrierter Systeme. Wärmerückgewinnung, digitale Überwachung, flexible Stromanpassung und optimierte Filtration werden zunehmend Standard. Gleichzeitig wird Nachhaltigkeit messbar werden müssen. Spültechnik ist kein isoliertes Gerät mehr – sie ist Teil des gesamten Energiekonzepts einer Küche.
FSE-News: Herr Bördlein, vielen Dank für das Gespräch.

