Personaleffizienz in der Spülküche: Automatisierung richtig dosieren

Eine schnelle Spülmaschine macht noch keine effiziente Spülküche. In vielen Betrieben staut sich das Geschirr vor der Maschine. An anderer Stelle fehlt Platz für saubere Körbe. Mitarbeitende laufen unnötige Wege oder spülen Teile ein zweites Mal. Der Engpass liegt dann nicht in der Maschine, sondern im Ablauf.

Wer Personal entlasten will, muss deshalb den gesamten Weg des Spülguts betrachten. Von der Rückgabe bis zum Lager. Erst wenn der tatsächliche Engpass bekannt ist, lässt sich entscheiden, welche Automatisierung sinnvoll ist.

Personalzeit ist der größte Kostenblock

Der Arbeitskreis Gewerbliches Geschirrspülen, kurz AK GGS, beziffert den Anteil der Personalkosten an den laufenden Kosten einer Spülküche auf 60 bis 80 Prozent. Damit ist die Arbeitszeit meist der größte wirtschaftliche Hebel.

Trotzdem beginnen viele Investitionsgespräche mit Wasserverbrauch, Programmlaufzeit und theoretischer Korbleistung. Diese Werte sind wichtig. Sie sagen aber wenig darüber aus, wie viele bezahlte Minuten tatsächlich für ein sauberes Gedeck benötigt werden.

Mehrarbeit entsteht häufig außerhalb der Maschine. Servicekräfte warten mit vollen Tabletts. Spülkräfte tragen Körbe zwischen mehreren Arbeitsflächen hin und her. Gläser werden von Hand poliert. Besteck wird mehrfach angefasst. Große Teile blockieren das Becken. Am Ende der Schicht kostet die Reinigung der Anlage mehr Zeit als erwartet.

Automatisierung sollte genau dort ansetzen. Nicht bei dem Arbeitsschritt, der technisch am eindrucksvollsten wirkt.

Ein typischer Service liefert mehr Informationen als ein Prospekt

Vor einer Investition lohnt sich eine einfache Betriebsaufnahme. Dafür muss keine umfangreiche Studie beauftragt werden. Oft reichen zwei typische Arbeitstage.

Entscheidend ist die Stoßzeit. Ein Tagesdurchschnitt kann den tatsächlichen Bedarf verdecken. Wenn sich der Rücklauf auf 30 oder 60 Minuten konzentriert, muss die Spülküche diese Menge aufnehmen können. Eine Maschine, die über den ganzen Tag ausreichend Leistung bietet, kann in dieser kurzen Phase trotzdem zum Nadelöhr werden.

Während der Beobachtung sollten Betreiber notieren, wann und wo Spülgut wartet. Auch doppelte Handgriffe gehören auf die Liste. Das gilt für das Umladen von Tabletts, das Sortieren von Besteck, das Bereitstellen leerer Körbe und das Abräumen des Maschinenauslaufs.

Danach wird die benötigte Arbeitszeit je Bereich erfasst. So entsteht eine belastbare Ausgangslage. Eine gut verständliche Kennzahl sind die bezahlten Arbeitsminuten je 100 Gedecke. Sie lässt sich nach einem Umbau oder Probebetrieb erneut ermitteln.

Der AK GGS weist zudem darauf hin, dass die praktische Maschinenleistung unter dem theoretischen Prospektwert liegt. Anordnung, Spülgutvielfalt, Personal und Rückgabeform beeinflussen den Durchsatz. Eine Anlage darf daher nicht nur anhand der nominellen Körbe pro Stunde dimensioniert werden.

Erst den Ablauf ordnen, dann automatisieren

Ein ungeordneter Prozess wird durch Automatisierung nicht automatisch besser. Häufig wird die Unordnung nur schneller transportiert.

Ein guter Spülgutweg folgt einer klaren Richtung. Benutztes Geschirr kommt an. Speisereste werden entfernt. Das Spülgut wird sortiert und in die Maschine gegeben. Danach folgen Trocknung, Entnahme und Lagerung. Rückbewegungen sollten vermieden werden.

Auch die Trennung der reinen und unreinen Seite ist zentral. Sie dient nicht nur der Hygiene. Sie spart Wege und verhindert, dass sauberes Geschirr wieder in den schmutzigen Arbeitsbereich gelangt.

In bestehenden Betrieben reichen manchmal kleine Veränderungen. Der Abfallbehälter wird näher an die Rückgabe gestellt. Leerkörbe erhalten einen festen Platz. Ein längerer Auslauftisch schafft den nötigen Puffer. Ein Transportwagen ersetzt mehrere einzelne Wege. Solche Maßnahmen sind wenig spektakulär. Sie können aber mehr Arbeitszeit sparen als eine größere Maschine.

Vor allem die Flächen vor und hinter der Maschine dürfen nicht zu knapp geplant werden. Fehlt auf der unreinen Seite Platz, warten Servicekräfte mit dem Rücklauf. Fehlt auf der reinen Seite Platz, muss die Spülkraft den laufenden Prozess unterbrechen und Körbe wegräumen.

Kleine Automatisierung kann viel bewirken

Für Restaurants, Bars und kleinere Hotels ist eine vollautomatische Spüllinie selten die passende Antwort. Das Spülgut ist zu unterschiedlich. Außerdem verteilt sich der Rücklauf häufig über mehrere Stunden.

Hier lohnt es sich, einzelne Handgriffe zu automatisieren. Eine automatische Haube reduziert das wiederholte Heben und Senken. Ein automatischer Programmstart vereinfacht den Ablauf. Dosiertechnik stellt Reiniger und Klarspüler reproduzierbar bereit. Selbstreinigungsprogramme können den Aufwand am Schichtende senken.

Auch Wasseraufbereitung gehört in diese Betrachtung. Werden Gläser nach jedem Spülgang von Hand poliert, liegt der Engpass möglicherweise nicht bei der Maschinenleistung. Häufig muss zunächst geklärt werden, ob Wasserqualität, Chemie, Beladung und Trocknung zusammenpassen.

Das Ziel ist nicht, jede Tätigkeit zu automatisieren. Das Ziel ist, häufige und belastende Handgriffe zu vermeiden. Technik sollte den Ablauf vereinfachen. Sie darf keine zusätzlichen Bedienschritte schaffen.

Korbtransport für gebündelten Rücklauf

Steigt das Spülgutaufkommen, verändert sich die sinnvolle Technikstufe. In größeren Restaurants, Hotels und Bankettbetrieben kann eine Korbtransportmaschine Vorteile bieten. Die Körbe werden nicht mehr für jeden einzelnen Spülgang manuell in die Maschine gehoben. Sie laufen kontinuierlich durch die Spülzonen.

Der Nutzen entsteht aber erst durch die passende Umgebung. Dazu gehören Abräum- und Sortierflächen, ein ausreichender Korbpuffer und eine funktionierende Auslaufseite. Muss eine Person jeden Korb über mehrere Meter tragen, bleibt ein wesentlicher Teil der Arbeit bestehen.

Korbtransportlösungen sind vergleichsweise flexibel. Teller, Tassen, Gläser und Besteck lassen sich in passenden Körben verarbeiten. Auch wechselndes Spülgut kann bewältigt werden. Für große Töpfe, Bleche oder GN-Behälter muss jedoch geprüft werden, ob ein eigener Prozess erforderlich ist.

Mit der zusätzlichen Technik steigen die Anforderungen an Reinigung und Wartung. Rollen, Führungen und Transportbereiche müssen zugänglich sein. Das gehört in die Personalkalkulation. Eine Anlage, die während des Betriebs Zeit spart, aber jeden Abend deutlich mehr Reinigungsarbeit verursacht, kann ihren Vorteil wieder verlieren.

Vollautomatisierung braucht standardisierte Mengen

Eine weitergehende Automatisierung ist vor allem dort sinnvoll, wo viele gleichartige Teile in kurzer Zeit zurückkommen. Typische Einsatzorte sind Mensen, Betriebsgastronomien, Kliniken und große Veranstaltungsbetriebe.

In solchen Spülküchen kann der Rücklauf direkt über ein Tablettband erfolgen. Tabletts müssen dann nicht mehr in Wagen gestapelt, transportiert und wieder ausgeladen werden. Weitere Technik kann Besteck abheben, Tabletts vereinzeln oder stapeln. Auch die Speiseresteentsorgung lässt sich in den Ablauf integrieren.

Der Vorteil liegt in der großen Zahl vermiedener Wiederholungen. Ein eingesparter Handgriff fällt bei 80 Gedecken kaum ins Gewicht. Bei mehreren tausend Tabletts pro Tag sieht die Rechnung anders aus.

Allerdings funktioniert diese Technik nur unter klaren Bedingungen. Tabletts und Geschirr müssen zur Anlage passen. Für eine magnetische Besteckabhebung ist geeignetes Besteck erforderlich. Sonderteile brauchen einen eigenen Weg. Auch bei Bruch oder falsch abgestellten Gegenständen muss der Prozess sicher bleiben.

Das Personal verschwindet durch eine solche Anlage nicht. Die Aufgaben verändern sich. Mitarbeitende überwachen den Materialfluss, bearbeiten Sonderteile und kontrollieren das Spülergebnis. Hinzu kommen Reinigung, Störungsbeseitigung und das Nachfüllen von Betriebsmitteln.

Ein reales Großbeispiel zeigt die Größenordnung. Beim Campusrestaurant der École Polytechnique werden laut Betreiber- und Herstellerbericht bis zu 3.500 Mahlzeiten am Tag ausgegeben. Meiko installierte dort Bandspültechnik, eine automatische Bestecksortierung und ein System zur Behandlung von Speiseresten. Nach Angaben des Herstellers sank die Zahl der Beschäftigten im Spülbereich von 16 auf neun.

Das ist kein allgemeiner Vergleichswert. Es handelt sich um einen vom Hersteller veröffentlichten Einzelfall mit sehr hohem und weitgehend standardisiertem Spülgutaufkommen. Für ein klassisches Restaurant lässt sich daraus keine Personaleinsparung ableiten. Das Beispiel zeigt jedoch, ab welcher Größenordnung umfassende Automatisierung eingesetzt wird.

Was in einem Restaurant realistisch ist

Ein À-la-carte-Restaurant bedient beispielsweise 120 Gäste am Abend. Der Rücklauf verteilt sich über mehrere Stunden. Neben Tellern fallen Gläser, Besteck, Pfannen und GN-Behälter an.

Bei der Beobachtung zeigt sich, dass die vorhandene Maschine nicht dauerhaft ausgelastet ist. Trotzdem entstehen Wartezeiten. Der Grund liegt am Auslauf. Dort fehlt Platz. Die Spülkraft muss jeden fertigen Korb sofort ausräumen. Gleichzeitig werden Weingläser von Hand poliert.

In diesem Fall wäre eine große Transportmaschine kaum die richtige Lösung. Sinnvoller wären eine längere Auslaufstrecke, ein besserer Korbkreislauf und die Prüfung der Wasseraufbereitung für die Gläserspülung. Eine automatische Haube könnte zusätzlich die körperliche Belastung senken.

Ein anderer Betrieb versorgt mehrere hundert Gäste innerhalb einer kurzen Mittagspause. Das Geschirr kommt auf einheitlichen Tabletts zurück. Bislang werden die Tabletts in Wagen gesammelt. Zwei Personen bewegen und entladen diese Wagen.

Hier kann bereits der direkte Rücktransport über ein Band einen relevanten Arbeitsschritt beseitigen. Eine automatische Besteckabhebung kann den Prozess weiter vereinfachen. Eine vollständige Geschirrsortierung muss deshalb noch nicht wirtschaftlich sein. Teilautomatisierung kann genau der richtige Mittelweg sein.

Einsparungen mit eigenen Zahlen berechnen

Die Wirtschaftlichkeit sollte nicht mit einer pauschalen Personalquote berechnet werden. Entscheidend ist die nachweislich eingesparte Arbeitszeit.

Angenommen, eine neue Lösung spart 30 Minuten pro Öffnungstag. Der Betrieb ist an 300 Tagen geöffnet. Die tatsächlichen Arbeitgeberkosten liegen bei 24 Euro je Stunde. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Potenzial von 3.600 Euro pro Jahr.

Diese Rechnung ist nur ein Modell. Die Werte müssen durch die Zahlen des jeweiligen Betriebs ersetzt werden.

Wichtig ist zudem, ob die freie Zeit im Dienstplan tatsächlich nutzbar wird. Zehn eingesparte Minuten während einer ansonsten unveränderten Schicht senken zunächst keine Personalkosten. Sie können aber Überstunden vermeiden oder Zeit für andere notwendige Aufgaben schaffen.

Zur Investition gehören nicht nur Maschine und Montage. Betreiber sollten auch Umbauten, Anschlüsse, Wartung, Verschleißteile, Reinigung und Schulung einrechnen. Bei komplexeren Anlagen kommt das Ausfallrisiko hinzu. Je stärker der Betrieb von einer zentralen Transportlösung abhängt, desto wichtiger werden Servicezeit und Ersatzteilverfügbarkeit.

Ergonomie ist Teil der Personaleffizienz

Die DGUV nennt für Spülküchen typische Belastungen. Dazu gehören ungünstige Körperhaltungen beim Bestücken, das Heben schwerer Teile, Lärm, hohe Luftfeuchtigkeit, Reinigungschemie und nasse Böden.

Automatisierung kann solche Belastungen senken. Eine automatische Haube vermeidet wiederholtes Heben. Rollenbahnen reduzieren das Tragen von Körben. Ein Tablettband ersetzt Wege mit schweren Wagen.

Technik kann aber auch neue Probleme schaffen. Ein zu niedriges Förderband führt zu gebeugtem Arbeiten. Schwere Filter erschweren die Reinigung. Schlecht erreichbare Maschinenbereiche verlängern die tägliche Pflege.

Deshalb sollte das spätere Spülteam an der Auswahl beteiligt werden. Bei einer Vorführung muss nicht nur das Spülergebnis geprüft werden. Auch Bedienung, Arbeitshöhe, Geräusch, Reinigungsaufwand und Zugänglichkeit gehören auf die Liste.

Hygiene setzt die Grenze

Mehr Durchsatz darf nicht zulasten der Hygiene gehen. Für das gewerbliche Spülen sind insbesondere DIN EN 17735 und die ergänzende DIN 10544 relevant. Sie beschreiben Anforderungen an den hygienischen Betrieb und die Prüfung gewerblicher Spülmaschinen.

Die Normen haben keinen Gesetzescharakter. Nach Einordnung des AK GGS bilden sie jedoch einen fundierten Leitfaden für einen hygienisch sicheren Betrieb.

Automatisierung kann die Prozesssicherheit unterstützen. Temperaturen lassen sich überwachen. Dosierungen erfolgen reproduzierbar. Störungen werden angezeigt. Der Betreiber bleibt trotzdem verantwortlich.

Auch tägliche Reinigung und regelmäßige Wartung lassen sich nicht wegautomatisieren. Wenn Sprüharme, Filter oder Düsen verschmutzt sind, sinkt die Reinigungsleistung. Die Folge sind Nacharbeit und erneute Spülgänge. Der geplante Zeitgewinn ist dann schnell verloren.

Der Ausfall gehört zur Planung

Je komplexer die Technik, desto wichtiger ist ein praktikabler Ersatzablauf. Betreiber sollten vor dem Kauf klären, was bei einer Störung passiert.

Kann die Spülküche eingeschränkt weiterarbeiten? Lassen sich Körbe manuell bewegen? Gibt es einen sicheren Weg für Tabletts und Besteck? Wie schnell ist der Kundendienst vor Ort? Welche Teile kann das geschulte Personal selbst reinigen oder prüfen?

Ein Stillstand während der Mittagsspitze betrifft nicht nur die Spülküche. Er kann Ausgabe, Service und gesamte Geschirrlogistik blockieren. Ein höherer Automatisierungsgrad bringt daher mehr Leistung, aber auch eine stärkere technische Abhängigkeit.

Dieser Nachteil ist nicht grundsätzlich ein Argument gegen Automatisierung. Er muss jedoch in der Investitionsentscheidung sichtbar sein.

Vor dem Kauf den Engpass benennen

Am Ende sollte der Betreiber in einem Satz erklären können, welche Tätigkeit die neue Technik ersetzt. „Wir brauchen eine moderne Spülmaschine“ reicht nicht. Konkreter wäre: „Wir wollen vermeiden, dass zwei Personen jeden Mittag Tablettwagen bewegen und entladen.“

Danach folgen die entscheidenden Fragen. Wie viele Minuten kostet dieser Schritt heute? Wie hoch ist der Rücklauf in der Stoßzeit? Welche Sonderteile passen nicht in den automatisierten Prozess? Wie lange dauert die tägliche Reinigung? Was geschieht bei einer Störung? Und wie wird nach vier Wochen geprüft, ob die erwartete Entlastung tatsächlich eingetreten ist?

Ohne diese Antworten bleibt die Wirtschaftlichkeit eine Vermutung.

Die passende Lösung ist selten die größte

Automatisierung in der Spülküche beginnt nicht beim Roboter. Sie beginnt bei einem klaren Materialfluss.

In kleineren Betrieben können eine automatische Haube, Dosiertechnik und bessere Arbeitsflächen genügen. Bei gebündeltem Rücklauf kann eine Korbtransportmaschine sinnvoll sein. Automatische Tablett- und Bestecksysteme gehören vor allem in Betriebe mit großen und gleichförmigen Mengen.

Die richtige Lösung ist die kleinste Technikstufe, die den nachgewiesenen Engpass beseitigt. Sie muss zur Fläche, zum Spülgut und zum Team passen. Sie muss sich reinigen lassen. Und sie muss auch an einem schwierigen Betriebstag funktionieren.

 

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