Mindestlohn: Weniger Jobverluste als befürchtet

Foto: Eventcatering Münster
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Die Befürchtungen waren massiv: Der Mindestlohn von 8,50 Euro würde zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen.

Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Bis Anfang 2015 sind ca. 40.000 Billigjobs weggefallen – dem stehen rund 50.000 regulär neu geschaffene Arbeitsplätze gegenüber. Manche Konjunkturforscher hatten wegen des gesetzlichen Mindestlohns von 8,50 pro Stunde mit weit größeren Jobverlusten gerechnet.

Nähere Betrachtung der klassischen Niedriglohn-Branchen: In der HoReCa-Branche sind die Beschäftigtenzahlen, ebenso wie bei privaten Wach- und Sicherheitsdiensten, angestiegen. Im Einzelhandel war dies weniger der Fall. Bei Taxiunternehmen war sogar ein Beschäftigungsrückgang zu verzeichnen.

Die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hat dabei zunächst nur die Entwicklung im ersten halben Jahr 2015 untersucht. „Wie die mittel- und langfristigen Effekte des Mindestlohns auf dem Arbeitsmarkt aussehen, können wir im Moment noch nicht sehen“, räumte IAB-Projektleiter Philipp vom Berge ein.

Soweit, so schön. Aber: [newsletter_lock]Wenn wir [ds_preview]das in “beschäftigten Menschen” betrachten, sind zum Jahresbeginn 2015 insgesamt über 100.000 Stellen geringfügig Beschäftigter mehr gestrichen worden als im Vorjahr. Dem gegenüber stehen “nur” 52.000 neu geschaffene Stellen mit Mindestlohn. Heißt übersetzt: Die Arbeit, die vorher von zwei Billig-Jobbern gemacht wurde, wird heute von einer Vollzeitkraft erledigt. Die andere Hälfte der bisher geringfügig entlohnten Jobs hätten die Betriebe in den meisten der genannten Branchen allerdings gestrichen.

Den direkten Zusammenhang zwischen Mindestlohn und der Schaffung regulärer Arbeitsplätze verdeutlicht nach Einschätzung der Forscher vor allem der Blick auf einzelne Branchen. So sei rund die Hälfte der im Verkauf weggefallenen Billigjobs in reguläre Arbeitsplätze umgewandelt worden. Ähnlich sei die Entwicklung bei Speditionen und Kurierdiensten, im Taxigewerbe, bei Reinigungsberufen und im Hotel- und Gaststättengewerbe verlaufen.

Die Zahl der sogenannten Hartz-IV-Aufstocker hat sich durch die Anhebung des Mindestlohns entgegen der Erwartungen nicht, wie von Mindestlohn-Fans gehofft, verringert.

Allerdings hat es aufgrund des Mindestlohns auch kein Mehr von Hartz-IV-Empfängern gegeben.

Die kompletten Ergebnisse finden Sie hier.

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